Virtuelle Pathologie Magdeburg
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Knochentumoren

 

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Fall 3 - Diagnose

 

Histologie

Histologisch sieht man einen pseudolobulierten, zellreichen Tumor mit einer chondromyxoiden Matrix. Die Tumorzellen zeigen eine distinkte spindelige oder sternförmige Morphologie mit leicht pleomorphen Zellkernen. Mitosen kommen nicht vor.

 

 

Diagnose: Chondromyxoidfibrom

 

 

Differentialdiagnose

  1. Chondroblastom

  2. chondroblastisches Osteosarkom

  3. Chondrosarkom

Histologisch kann große Ähnlichkeit zum Chondroblastom bestehen. Allerdings ist dieses meist epiphysär lokalisiert. Das Chondrosarkom zeigt ein monomorpheres Bild mit ausschließlicher knorpeliger Differenzierung der extrazellulären Matrix. Das chondroblastische Osteosarkom ist zytologisch ein hoch maligner Tumor mit zahlreichen Mitosen und Atypien.

 

 

Das Wichtigste zum Chondromyxoidfibrom

 

Das Chondromyxoidfibrom ist ein benigner Tumor, der charakterisiert ist durch einen lobulären Aufbau mit myxoider und chondroider Interzellularsubstanz. Regelmäßig findet man zelldichte Areale mit pleomorphen Zellen, deren Vorkommen zu Verwechselungen mit einem Chondrosarkom führen kann. Der Tumor wird in allen Lebensaltern beobachtet mit einem Maximum in der zweiten Dekade. Die Hauptlokalisation ist die Metaphyse der Tibia. Auch in anderen langen Röhrenknochen wird es beobachtet.

 

Röntgenmorphologisch findet sich in den Metaphysen der langen Röhrenknochen eine exzentrische Osteolyse. Die Epiphyse ist nicht befallen. Makroskopisch ist das Gewebe grau-weiß oder blau-grau und ähnelt Knorpel. Die Tumoren erreichen eine Größe von bis zu 10 cm. Histologisch findet man lappig aufgebautes Gewebe mit myxomatösen und fibrösen Arealen. Daneben kommt auch eine chondrogene Differenzierung vor. In den zelldichteren Bereichen wird eine erhebliche Polymorphie beobachtet, so dass hier ein maligner Tumor vorgetäuscht werden kann. Mitosen sind jedoch selten. Häufig kommen osteoklastenähnliche Riesenzellen vor.

 

Klinisch wächst das Chondromyxoidfibrom lokal aggressiv mit einer ausgesprochenen Tendenz zu Rezidiven. Deshalb ist eine Curettage nicht ausreichend. Es sollte eine en-bloc-Resektion durchgeführt werden. Bei inadäquater Operation, insbesondere nach Curettagen kommt es in 12 - 25 % zu Rezidiven. Gesicherte maligne Verlaufsformen sind jedoch äußerste Raritäten.


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