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Knochentumoren

 

15

 

Fall 15 - Diagnose

 

Histologie

Man sieht miteinander anastomosierende Faserknochenbälkchen. Diese werden von großen Osteoblasten ohne zelluläre Atypien umgeben. Im Stroma findet man polygonale mesenchymale Zellen ohne stärkere Dyskaryosen. Hier fällt eine reichliche Vaskularisierung auf. Regelmäßig  findet man Osteoklasten-ähnliche Riesenzellen. Im Bereich der zelldichten Areale ohne Ausbildung von Knochenbälkchen sind ebenfalls keine stärkeren Dyskaryosen nachzuweisen.

 

 

Diagnose: Osteoblastom

 

 

Differentialdiagnose

1. Osteoid-Osteom

2. hoch malignes osteoblastisches Osteosarkom

3. osteoblastomähnliches Osteosarkom

Einmal muss der Tumor aufgrund seiner Größe vom Osteoid-Osteom abgegrenzt werden. Darüber hinaus kann die Differentialdiagnose zum Osteosarkom sehr schwierig sein. Hier sind der Grad der zytologischen Atypien sowie Art und Anzahl der Mitosen entscheidend. Das osteoblastomähnliche Osteosarkom ist ein äußerst seltener maligner Tumor auf der Grenze zwischen Osteoblastom und hoch malignem Osteosarkom. Histologisch kann er nur über zytologische Malignitätskriterien abgegrenzt werden.

 

 

Das Wichtigste zum Osteoblastom

 

Das benigne Osteoblastom ist ein gutartiger osteoblastischer Tumor mit einer Größe über 1 cm. Histologisch entspricht das Bild dem Osteoid-Osteom. Der Tumor wird überwiegend in den ersten drei Lebensdekaden beobachtet, aber auch im späteren Lebensalter. Das männliche Geschlecht wird häufiger befallen. Eine bevorzugte Lokalisation ist die Wirbelsäule. Hier sind über 50 % der Osteoblastome lokalisiert.

 

Röntgenmorphologisch sieht man meist einen lytischen Herd, der in der Wirbelsäule und in den Wirbelbögen oder den Domfortsätzen lokalisiert ist, in den langen Röhrenknochen vorwiegend metadiaphysär. Der Tumor weist eine sklerorische Randzone auf. Makroskopisch besteht er aus rotem blutreichen oder grau-braunem bröckeligen Gewebe und weist eine Größe von im allgemeinen 1 -10 cm auf. Der Mineralisationsgrad ist unterschiedlich. Histologisch zeigt sich ein typischer Aufbau aus miteinander anastomosierenden unreifen Faserknochenbälkchen. Dazwischen findet sich ein Stroma mit plumpen Osteoblasten, die keine stärkeren Dyskaryosen erkennen lassen. Regelmäßig sieht man ektatische Kapillaren und osteoklastenähnliche Riesenzellen. Hämosiderinablagerungen kommen hin und wieder vor. Nur sehr selten findet sich eine chondroblastische Differenzierung.

 

Klinisch kann es bei Lokalisation in den Wirbelkörpem zu neurologischen Ausfällen kommen, u.U. auch zu einer Querschnittslähmung. Die Therapie besteht in einer vollständigen Entfernung durch sorgfältige Curettage. Dabei sind Rezidive sehr selten.

Bei adäquater Therapie ist die Prognose gut. Bei Lokalisation an der Wirbelsäule wird sie von den nervalen Läsionen bestimmt. In sehr seltenen Fällen treten aggressive Varianten des Osteoblastoms auf (aggressives Osteoblastom).. Diese zeigen ein wesentlich aggressiveres Wachstum und eine höhere Rezidivrate.



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