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Knochentumoren

 

24

 

Fall 24 - Diagnose

 

Histologie

Histologisch sieht man membranförmige Gewebsstücke bestehend aus einem fibrösen Stroma. Darin schlanke Fibroblasten und wenige schüttere Entzündungszellen. Fokal Eisenpigment. Aufgelagert spärliches Fibrin. Keine Deckzellschicht.

 

 

Diagnose: solitäre (juvenile) Knochenzyste

 

 

Differentialdiagnose

1.      aneurysmatische Knochenzyste

2.      Riesenzelltumor

 Die Differentialdiagnose zur aneurysmatischen Knochenzyste ergibt sich aus dem radiologisch erkennbaren multilokulären Aufbau der aneurysmatischen Knochenzyste. Diese enthält histologisch nicht die zementähnliche Grundsubstanz. Auch ein Riesenzelltumor kann im histologischen Bild ähnlich aussehen. Dabei findet sich jedoch ein überwiegend kompaktes Gewebe.

 

 

Das Wichtigste zur solitären (juvenilen) Knochenzyste

 

Die juvenile (solitäre) Knochenzyste ist ein einkammeriger Hohlraum, der mit einer klaren oder blutig tingierten Flüssigkeit gefüllt ist und von einer Membran aus Bindegewebe ausgekleidet wird. Diese kann einzelne osteoklastenähnliche Riesenzellen sowie Eisenpigmentablagerungen als Zeichen rezidivierender Einblutungen enthalten. Sie kommt überwiegend während der ersten beiden Lebensdekaden vor. Das männliche Geschlecht ist bevorzugt. Die Hauptlokalisationen sind die proximale Metaphyse des Humerus sowie des Femur und der Tibia.

Pathogenetisch wird unter anderem ein posttraumatisches intramedulläres Hämatom angenommen, das sich zystisch umwandelt und eine fibröse Membran ausbildet. Dieses Konzept basiert jedoch auf einer reinen Hypothese. Bis heute ist die Pathogenese der solitären Knochenzyste unklar geblieben.

 

Makroskopisch handelt es sich um eine einkammerige Zyste, die meist mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt ist. Die innere Oberfläche der Zyste wird von einer grauen oder braunen Bindegewebsmembran ausgekleidet. Der Kortex des Knochens ist meist zu einer dünnen durchsichtigen, eierschalenartigen Membran umgebaut Die Zyste wird nicht durch Septen unterteilt. Histologisch besteht die Zystenmembran aus einem reichlich vaskularisierten Bindegewebe. Darin sind oftmals osteoklastenähnliche Riesenzellen eingelagert. In zahlreichen Fällen findet man auch Eisenpigment als Hinweis für eine vorausgegangene Einblutung. Besonders typisch sind Ablagerungen zementartiger Grundsubstanz. Im Bereich von Frakturen läßt sich eine periosteale osteokartilaginäre Kallusformation nachweisen.

 

Früher wurden die solitären Knochenzysten durch Curettage und Implantation von Knochenersatz behandelt. Heute ist man dazu übergegangen, Methylprednisolonacetat zu injizieren. Dabei kommt es oftmals zu einer spontanen Heilung. Die Entstehung von malignen Tumoren in einer solitären Knochenzyste ist extrem selten.

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